Fotografiert von Hendrik Heidler

Krieg

Von Susann Heidler

geschrieben am 16.03.2020 von Susann Heidler, Scheibenberg

Es ist immer schon schwer, seine Kinder so zu erziehen, dass sie sich und der Welt, ihrer Umwelt nicht fremd werden, in einer Zeit, in der genau das gesellschaftliches Ideal ist. Jeder weiß, dass sich Krieg immer gut benutzen lässt, wie die Geschichte hinlänglich beweist, und es die absurdesten Gründe erfunden werden, damit einer vom Zaun gebrochen werden kann. Der neueste Versuch ist der Krieg gegen ein Virus, es hat bereits in China so gut geklappt, da müssen wir das in Europa auch probieren. Medial äußerst wirksam wird Angst geschürt, schlechtes Gewissen gemacht, wenn jemand das anders sieht, denn dann wird man gleich als unsozial und schlimmeres beschuldigt, und die ach so hochgeliebte Demokratie zur Diktatur umgewandelt. Und das Unfassbare ist, die große Mehrheit macht es mit und findet es noch gut. Ich bin nicht nur sprachlos, sondern entsetzt. Alles was menschlich ist, wird verboten. Die Menschen sollen zu Hause bleiben, wo sich ein Virus doch sowieso schon viel wohler fühlt, wenn wir schon an dem Aufhänger uns orientieren, und alles was miteinander, was Lebendigkeit und Lebenslust bringt ist verboten. Was das mit uns allen macht, viele sind doch schon so weit von wirklicher Lebendigkeit weg, aber es scheint immer noch mehr zu gehen. Zur wichtigen Arbeit sollen aber alle gehen, außer die Menschen, die nicht gebraucht werden, die mit ihren Lädchen doch gar nichts zum großen Wirtschaftssystem beisteuern. Die Kinder sollen zu Hause vor den Bildschirmen weiter ihr Gehirn verstümmeln lassen, damit es ihnen überhaupt nicht mehr möglich ist, sinnlich wahrzunehmen. Da hätten wir doch unsere zukünftigen Roboter schon fast erschaffen. Denn Sport, Natur, miteinander toben, ausprobieren und lernen, das geht ja alles nicht. Nein, ich bin nicht sarkastisch, wir sind in ehemaligen Science-fiction-Zeiten angekommen, doch wenn ich das benenne, laufe ich Gefahr, als Verschwörungstheoretiker angesehen zu werden. Nur weil nicht sein kann was nicht sein darf.

Wir stellen nichts wirklich in Frage, Wissenschaftler sind Götter und Virologen die neuen Gurus; das dies alles nur Theorie ist, wird nicht wahrgenommen.
Und nein, ich glaube auch nicht, dass wir mit dieser Geschichte ein höheres Bewusstsein erlangen, und wir da nur schön positiv denken müssen. Ich bin auch kein Schwarzseher, im Gegenteil, ich bin gerne froh und dankbar fürs Leben, und genau deshalb leide ich mit den älteren Menschen, welche nun von ihrer Einsamkeit vollends aufgefressen werden, ich leide mit den Millionen Kindern, welche jedes Jahr auf der Welt verhungern. Wie gesagt Millionen, nicht ein paar Hundert oder Tausend, aber das ist weit weg und interessiert doch fast niemanden hier.

Ja, ich habe Angst, dass ich machen kann, was ich will, um meinen Kindern, anderen Menschen (welche sowieso schon mit Selbstzweifeln kämpfen, weil sie nicht in dieses System der Konkurrenz passen) einen Blick, einen Funken von wirklicher Lebendigkeit, von der Schönheit des Lebens, von ihrer eigenen Schöpferkraft zu schenken. Denn es prallt gegen eine Mauer aus hartem Beton, aus dem kein grünes Pflänzchen wachsen darf, denn dann kommt sofort Gift, um es zu töten. Was muss nur noch geschehen, dass wir Menschen erkennen, dass wir uns selbst töten, nicht ein kriegerisches Virus? Bei vielen Pflanzen und Tieren ist es uns bereits gelungen, doch es reicht nicht, um ein sterbendes System am Leben zu erhalten, muss alles Lebendige sterben. Und wir jubeln noch dazu, weil wir doch vor dem schlimmen Virus geschützt werden müssen. Hilflos schaue ich zu, und muss aufpassen, dass ich nicht für verrückt erklärt werde.

Viel könnte ich noch schreiben, wie unendlich traurig es mich macht, wenn Kinder zur eigenen Zerstörung gezwungen werden und es als notwendig, gar Fortschritt deklariert wird. Ich werde keine Beispiele schreiben, nicht weil mir keine einfallen, sondern weil ich dann gleich wieder in eine Schublade eingeordnet werde, abgewertet und belächelt. Hauptsache, die angeblich eigene schön gesellschaftskonforme Meinung bleibt richtig.
Wie schön, dass es jetzt endlich einen Grund gibt, für den ja niemand dafür kann, dass die Aktienkurse nicht mehr zu halten sind, obwohl Millionen in unser so gut gehendes Wirtschaftssystem gepumpt werden, sogar dieser so herrlich absurde Negativzins konnte es nicht retten. Nein ich werde nicht zynisch, obwohl es dafür tausend Gründe gebe. 

Susann Heidler©Scheibenberg, 16.03.2020

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