Foto: shutterstock/Valery Brozhinsky

Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein …

Aus Angst andere ängstigen

geschrieben am 17.03.2021 von Hendrik Heidler, Scheibenberg

Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein …

Aus Angst andere ängstigen

Von Hendrik Heidler

Hochmütige Selbstgerechtigkeit ist nichts neues auf Erden. Mit Macht verbunden hat sie bereits unaussprechliches Leid verursacht. Alle Alarmglocken sollten klingeln, wenn von absoluten, alternativlosen Wahrheiten die Rede ist. Damit sei keineswegs gesagt, dass es keine Wahrheiten gibt sondern alles relativ zu sein hat. Wobei auch diese Aussage von der Relativität bereits wieder als absolute Wahrheit verkündet wird. Der Widerspruch von absolut und relativ wird dabei großzügig beiseite gelassen.

Übrigens kann Relativität so erklärt werden:

Fünf Flaschen im Keller sind relativ wenig aber fünf Flaschen in einer Regierung relativ viel.

Sieht sich eine Gesellschaft als beste aller Zeiten, so folgt logischerweise, dass auch deren Beziehungen, Methoden und Gedanken als einzig wahre behauptet und gelebt werden. Die seit einem Jahr laufende mediale Massenmanipulation ist ebenso Lehrbeispiel dafür wie die Statements der Corona-Politiker samt deren per Dekret durchgedrückten Anordnungen. Auf diese Weise offenbaren sich die machthabenden Funktionsträger als gestört-narzisstische Persönlichkeiten, die ihre Macht erlangten, indem sie sich den Erfordernissen einer narzisstischen Gesellschaftsform bereitwillig hingaben. Dieses Wechselspiel zwischen Individuen und Gesellschaft schaukelt sich gegenwärtig offenbar auf unselige Weise hoch, was jede Kritikfähigkeit in kaum noch steigerbaren Allmachtsphantasien vermissen lässt. Dem kann offenbar nur noch mit massenhafter Notwehr begegnet werden. Dafür habe ich ein Projekt entwickelt, welches Sie hier: www.soziale-notwehr.net studieren, kritisieren, ergänzen und mitwirkend unterstützen können.

Alternativen darf es per Behauptung nicht mehr geben, wie nicht einmal wohlmeinende Ergänzungen zum politisch-medialen Mainstream geduldet werden. Jede kleinste Abweichung davon wird augenblicklich als falsch und lebensgefährlich gebranntmarkt. Eine kopfstehende Menschenwelt verrät sich selbst. Unterdrückung von Menschlichkeit heißt nun Gesundheitsschutz und Denunziation jetzt Sorge für Leib und Leben, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Wenn wundert es dann noch, wenn aus kopfloser Angst die Impfzentren nahezu überrannt werden, obwohl die Wirkungen der nahezu ungeprüften Impfstoffe höchst fraglich sind. Allein die Behauptungen für deren Schutzkraft und Verträglichkeiten reichen offenbar aus, um das als Wahrheit zu glauben. Und wie mögen sich nun die Geimpften fühlen, da der ihnen verpasste Impfstoff offenbar Blutgerinnsel hervorrufen kann und sie nicht wissen können, ob und wann das womöglich in ihrem Körper geschieht? Diese Ungewissheit dürfte durchaus weitere, schlimme Ängste hervorrufen.

Aber statt die ganze Corona-Hysterie grundlegend und aus vielen Blickrichtungen kritisch zu hinterfragen, wird dampfwalzengleich der Wahn noch intensiviert.

Mir scheint, der geschichtlich behauptete Fortschritt kann getrost als moralischer Verfall gedeutet werden. Oberflächlich betrachtet sieht zwar alles viel menschlicher aus, doch gelang es in einem geschichtlichen Prozess die Verantwortlichkeiten für unsägliches Leid auf Erden zu versachlichen. Es liegt angeblich nicht mehr an uns Menschen und erst recht nicht an machthabenden Entscheidungsträgern sondern immer nur an den Bedingungen allein. Und die gelten quasi als unabänderliche Naturgesetze der Gesellschaft, für die darum niemand etwas könne.
„Was können wir denn dafür, wenn der Markt Rentabilität erfordert.“, sei als eine bekannte Ausrede erwähnt. Dabei fiel der Markt weder vom Himmel noch schlich er sich in die Welt der Menschen sondern wurde von ihnen geschaffen.

Werden politische Funktionsträger dennoch bei offenkundigen Abweichungen ihrer eigenen Anordnungen erwischt (siehe keine Maske tragen), dann entdecken sie auf einmal ihr fehlbares Menschsein, was sie anderen so gern im Interesse des Gemeinwohls verweigern.

Damals, vor 2.000 Jahren gab es für eine Frau eine brenzlige Situation. Sie hatte gegen geltendes Recht verstoßen, aus Liebe offenbar, Ehe gebrochen. Damalige Rechthaber, heute etwa vergleichbar mit den politischen Funktionseliten, empörten sich fürchterlich und waren drauf und dran die Frau zu steinigen. Eine Hinrichtungsmethode, die ebenfalls die Verantwortung von den Mördern nehmen sollte. Immer schön dabei sein aber sich selbst nie verantwortlich fühlen.

Aber Jesus durchschaute diese mörderische Heuchelei, wie anhand des am Schluss aufgeführten Bibelzitates sichtbar wird. Wobei ich auf heutige, medial-politische Steinigungen Andersdenkender bezogen wage zu behaupten, dass es genügend Selbstgerechte gibt, die ohne Zweifel zu hegen, den ersten, zweiten Stein und auch weitere Steine werfen würden. Darum meine Behauptung, der gesellschaftliche Fortschritt entspricht eher einem Verfall.
Einem Verfall, welcher sich auch aus einer Deutung von „Sünde“ herleiten lässt. Sünde als Ausdruck der Trennung des Menschen von Gott bzw. von seinen eigenen menschlichen Grundlagen, so wie ein Sund (Meerenge) die Insel vom Festland trennt. Ein anderes Wort dafür ist die Entfremdung, deren Ausmaß heutzutage für alle sichtbar deutlich weiter fortgeschritten ist als vor 2.000 Jahren. So mag Sünde in diesem Sinne ursprünglich nichts mit Schuld gemein gehabt haben doch jetzt, wird aus Entfremdung tatsächlich Schuld, wenn Steine fliegen ohne sich der eigenen Sünde noch bewusst sein zu wollen.

„Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden.
Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? Das sagten sie aber, ihn zu versuchen, damit sie ihn verklagen könnten. Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen:
Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.“
(Lutherbibel, Johannes 8)

Hendrik Heidler©, Scheibenberg, 17. März 2021

Kommentare